Einen traurigen Anblick bieten die meisten der ehemals so stolzen Palmen vor dem Flughafengebäude von Faro. Dieses Bild habe ich allerdings im letzten Jahr dort gemacht. Ich kann nur sagen, dass dieser Anblick gewöhnungsbedürftig war. Die Ursache dieses Zustands ist ein Käfer, der aus Asien in Südeuropa eingeschleppt wurde und eine Palme nach der anderen befällt.
Er heißt Palmenrüssler und ist zweifellos sehr vermehrungsfreudig. Wie sonst sollte die rasante Ausbreitung im gesamten Mittelmeerraum zu erklären sein. Letztlich ist er auch im atlantischen Südeuropa angekommen. Viele Maßnahmen zur Bekämpfung sind schon ausprobiert worden. Aber offenbar wird man der Plage nicht Herr. Sie betrifft die großen Palmen, die hier in mehreren Arten angepflanzt wurden.
Im Landesinneren kann man die einzige in Europa heimische Palmenart aber nach wie vor in voller Vitalität betrachten. Das ist die europäische Zwergpalme, die bei uns in Deutschland auch als Kübelpflanze angeboten wird. Aber hier im Algarve, wo sie von Natur aus wächst, kann man sehen, dass sie eigentlich viel zu groß für jegliche Kübelbepflanzung wird. Wenn man sie nicht klein hält.
Die Zwergpalme auf dem Bild ist bei weitem nicht das größte Exemplar, das dort stand einige waren deutlich höher als ich. Aber hier stehe ich mit meinen zwei Metern als Vergleichsobjekt im Bild.
Aber es gibt noch etliche Palmen im Algarve, die bisher nicht befallen sind. Zum Beispiel habe ich in Pedras del Rei das prächtige Exemplar auf dem letzten Bild gefunden. Solche kraftstrotzenden Palmen waren dort und an anderen Stellen doch noch anzutreffen. Die Reihe auf dem unteren Bild wächst üppig in der Nähe des Dorfes Pedralva ganz im Westen des Algarve.
Dem Vernehmen nach soll sich die Lage allmählich etwas stabilisieren, denn es scheint doch möglich zu sein, dem Übeltäter beizukommen. Bleibt für die Zukunft zu hoffen, dass der Palmenrüssler den Kürzeren zieht. Denn der Algarve ganz ohne die Palmen würde doch vielen Besuchern ein bisschen ungewohnt sein.