Freilaufende Rinder – kein Hindernis beim Wandern

An manchen Stellen, bei weitem nicht ueberall, kann man solchen und anderen Rindern draussen begegnen.Manchmal begegnet man beim Wandern draußen im Algarve einigen Kühen. Diese Rinder laufen frei herum und suchen sich ihr karges Futter selbst. Sie sind vollkommen allein. Einen Hirten oder sonstige Aufsicht haben wir nicht bei ihnen angetroffen. Bei den Rinderherden, die uns dort über den Weg gelaufen sind, waren gelegentlich auch höchst kapitale Stiere dabei.

Auch er lief frei herum und hatte seinen Harem immer im AugeAuch von diesen hat uns beim Wandern im Algarve nie einer schief angesehen, geschweige denn angegriffen. Nach Aussage eines langjährig im Algarve ansässigen Menschen ist mit diesen Bullen noch nie etwas passiert. Da ich aber weiß, dass es keinen berechenbaren Bullen gibt, egal was jemand dazu sagt, rate ich allerdings zur Vorsicht.

Wenn ich diesen Burschen betrachte, besonders von hinten und auch die andere Hoernerform, dann denke ich, er wird sher eine Kreuzung mit einer Fleischrasse sein Ich denke nicht daran, allzu nahe an einen Stier heran zu gehen, wenn ich es irgendwie vermeiden kann. Aber wir haben auch schon mal 5 m an so einem Bullen vorbei gemusst, weil es gar keinen anderen Weg gab. Er hat uns nur angesehen und sich nicht gerührt.[ad#160×600-left] Er verhielt sich also nicht anders als eine Kuh. Einen guten Rat kann ich hier noch geben: man gehe niemals zwischen dem Bullen und einer Kuh hindurch, auch wenn diese beiden Tiere vielleicht 50 m auseinander stehen. Es könnte sein, dass es sich gerade um seine Lieblingsauserwählte handelt. In diesem Fall wäre ein blitzartiger Angriff möglich, vermute ich. Denn dass algarvische Bullen überhaupt nicht so sind wie die Bullen zuhause, das kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Diese Kuh laesst sich bei der Mittagspause von uns nicht stoerenDie Sache mit der Kuh gilt jedenfalls in Deutschland sogar für die als so friedlich bekannten hornlosen Galloways. Trotz gegenteiliger Aussage von im Algarve lebenden Residenten traue ich einem Bullen also nur solange über den Weg, wie ich wirklich sehe, dass er sich ruhig verhält. Darum versuche ich Abstand zu halten, gehe ruhig vorbei, beachte ihn nicht, rede irgendwas mit ruhiger Stimme und bin damit jedes Mal unbehelligt geblieben.

Es ging stets nach dem Motto: Vorsicht ist richtig, das Tier zu respektieren eine Selbstverständlichkeit, aber Angst ist auch hier nicht angebracht. Und wie immer, wenn es um Tiere geht, wäre es natürlich absolut falsch, irgendeine Unsicherheit zu zeigen. So halte ich es zumindest. Und damit bin ich bisher ohne Ausnahme bestens zurechtgekommen.

Ist sie nicht einfach nur schoen?Vielleicht merkt man es: eigentlich haben Rinder eine gewisse Anziehungskraft auf mich, ich bin gerne nah dran. Und ich finde es immer wieder interessant, solche ursprünglichen Rassen zu sehen wie die roten Rinder des Algarve mit ihren eindrucksvollen Hörnern. Sie sehen ein bisschen so aus wie die überlieferten Bilder des ausgestorbenen Auerochsen, von dem alle Hausrinder Europas abstammen. Diese roten Rinder im Algarve erinnern mich ein bisschen an das selten gewordene Harzer Rotvieh. [ad#336×280-right]Das erscheint mir auch viel sympathischer als das übliche Hochleistungs-Milchvieh. Neben dem roten Schlag werden auch noch ein paar andere Rassen gehalten, sogar vereinzelte Schwarzbunte habe ich schon gesehen, trotz der kargen Futtergrundlage. Aber ich habe auch gesehen, dass die Tiere zugefüttert werden. Häufig vertreten sind auch Hellbraune, deren Hörner bei weitem nicht so lang und mehr gebogen sind als bei den Roten.

Ein kleiner Grasfleck zwischen den Zistrosen ist nich so oft zu finden. Da ist die kleine Rinderherde ganr vertieft.Unterm Strich kann ich also sagen, dass die freilaufenden Haustiere im Algarve aus meiner Sicht für die Planung einer Wanderung nicht von Bedeutung sind. Diese Haustiere, die in einigen Regionen bei weitem aber nicht überall so frei herumlaufen, sind für mich auch eine Bereicherung der Streifzüge im Gelände. Denn der archaische Eindruck, den sie durch ihre Anwesenheit ohne Zäune der Landschaft hinzufügen,  verstärkt einfach das Gefühl „wo anders“ zu sein  und ein bisschen auch in einer anderen Zeit. Das stimmt in manchem auch, denn noch immer ticken die Uhren hier draußen langsamer als zuhause, wenn auch leider nicht mehr in dem Ausmaß wie noch vor zehn oder fünfzehn Jahren.

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