Wiedehopf und Türkentaube – zwei alte Bekannte von zuhause

Meist bemerkt man als erstes an seinem charaktristischen Ruf, dass dieser schoene Vogel in einer Landschaft vorkommt.Manchmal trifft man im Algarve auf Tiere, die bei uns zuhause selten geworden sind. Auf der anderen Seite gibt es auch solche, die sowohl hier wie dort zu den vertrauten Tieren draußen gehören. Den Wiedehopf und die Türkentaube konnte ich vom Balkon unseres Quartiers in Pedras del Rei fotografieren.

Beide Vogelarten kommen auch bei uns in Deutschland vor, allerdings ist der Wiedehopf schon sehr selten geworden. Aber in der weiteren Umgebung von Nienburg, so in Richtung Steinhuder Meer, kann ich ihn öfters sehen und hören. Natürlich nur im Sommer, denn es handelt sich um einen Zugvogel, der im Winter in die Gegend südlich der Sahara zieht. Leider fallen den Jagdgewohnheiten der Menschen in der Wüste und sonstwo erhebliche Anteile des Bestandes zum Opfer. Das ist umso trauriger, als es für viele Vogelarten gilt, die bei uns mit zum Teil großem Aufwand geschützt werden.

[ad#160×600-left]Umso erfreuter war ich, dass auf dem Rasen vor unserem Apartment in Pedras d’el Rei ständig zwei Wiedehopfe nach Nahrung suchten. Man konnte schön beobachten, wie sie die Fläche absuchten und gelegentlich mit ihrem langen spitzen Schnabel nach Beute stocherten. Ihr Nest befand sich an einem der Gebäude im Dachbereich. Dort verschwanden sie jedenfalls immer und ich nehme an, dass dort eine passende Höhle vorhanden war.

Offenbar sind auch im algarvischen Rasen noch Würmer und Insektenlarven.Wiedehopfe sind in der Wahl ihrer Bruthöhle nicht so wählerisch wie andere Vögel. Ich habe bei uns zuhause draußen schon ein Nest in einem Holzstoß gesehen und eines im Steinhaufen aus dem Abriss eines alten Stalles. Obwohl: „Nest“ kann man eigentlich nicht sagen, denn die Eier werden ziemlich formlos in die Höhle gelegt. Diese wird auch nicht so penibel sauber gehalten wie bei anderen Vogelarten. Der Ausdruck „stinkt wie ein Wiedehopf“ stammt von dem Duft, der der Bruthöhlen entströmt, wenn die Jungen schon einige Tage alt sind.

Vielleicht hat er hier gerade etwas gefunden.Trotz der großen Verluste auf dem Zugweg ist dieser Vogel hier im  Algarve noch deutlich häufiger als bei uns. Ich habe den Eindruck, dass die Wiedehopfe im Süden Portugals nicht so scheu sind wie in Deutschland. Zuhause kann ich sie jedenfalls nicht so in Ruhe beobachten wie hier im Süden. Sie sind bei uns immer schnell wieder weg, wenn sie einen gesehen haben.

Auch die Türkentaube habe ich vom Balkon aus fotografiert. Sie hatte in dem Baum neben „unserem“ Häuschen ihr Nest. Ich mag diese kleinen Taeubchen, auch wenn sie vielleicht nicht so spektakulaer sind wie manche anderen Tiere.Die Türkentaube ist für mich eines der faszinierendsten Tiere, die man bei uns draußen sehen kann. Denn mit ihr hat sich eine der letzten wirklich großen Tierwanderungen in Europa direkt vor unseren Augen abgespielt. Sie hat sich vom Balkan aus, wohin sie aus Afrika und Indien durch Menschen gebracht worden ist, in den letzten 60 Jahren durch Europa ausgebreitet bis hin nach Skandinavien. Vor 25 Jahren war sie längst in Deutschland und nördlich davon angekommen, aber noch nicht auf der iberischen Halbinsel. Wenn man sieht, ist sie inzwischen dort auch eingewandert.

So sind dieses zwei Vogelarten, die beide sowohl bei uns als auch im Süden Portugals vorkommen. Aber während die eine in ihrem Bestand gefährdet ist und zurückgeht, hat sich die andere immer weiter ausgebreitet.  Diese beiden habe ich zuhause im Garten aufgenommen. Dieses Maennchen ist an einer kleinen Anomalie im Gefieder an der Kehle von allen anderen Tuerkentauben der Gegend leicht zu unterscheiden.Eine Dynamik, die auch unseren Haussperling erfasst hat, wenn auch leider im negativen Sinn. Denn in dieser ehemals als lästig, von manchen auch als schädlich angesehen Vogel ist mittlerweile stellenweise kaum noch zu sehen. Aber er lebt nach wie vor nicht nur in ganz Europa, sondern beinahe weltweit. Solche Tierarten schaffen für mich immer eine gewisse Verbindung von Regionen über Tausende von Kilometern hinweg, wenn sie sowohl hier wie dort meinen Weg kreuzen. Sie rufen für mich ein Gefühl des Zusammenhangs zwischen den unterschiedlichsten Orten hervor.
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