Die Ilha de Tavira ist, wie es schon auf der Ilha-Seite zu lesen ist, einen Ort für schöne lange Strandspaziergänge am Flutsaum des Atlantiks. Aber wenn man des Öfteren dort entlangläuft hat man natürlich auch die Chance, ab und zu einmal etwas außergewöhnliches zu sehen.
Auf dem Rückweg haben wir dann auch gesehen, wer sich an dem Kadaver zu schaffen machte.
Es war ein Rudel wilder Hunde. Alle von gelblicher Farbe und knapp so groß wie ein Schäferhund. Sie waren sehr, sehr scheu. Ich vermute, dass es eine Hündin mit ihrem fast erwachsenen Nachwuchs war, den sie irgendwo in der Ria Formosa geworfen hatte. Sie alle sahen nicht einmal absolut schlecht aus, aber natürlich keineswegs optimal, wie so viele der im Algarve frei herumlaufenden Hunde auch.

Das Rudel verwilderte Hunde auf der Ilha de Tavira. An dieser Stelle war besonders viel Strandgut angespült. Wahrscheinlich war deshalb auch der Kadaver hier gelandet.
Aber das ist ein anderes Thema. Immerhin hatte die Hündin es geschafft, ihre Welpen soweit aufzuziehen. Natürlich ist das kein gutes Hundeleben, andererseits wird es nicht mehr möglich sein, diese Hunde an einen normalen Umgang mit Menschen zu gewöhnen. Es ist meine Einstellung geworden, die Verhältnisse im Ausland eher stoisch zur Kenntnis zu nehmen, und mich so weit es irgend geht schärferer Kritik zu enthalten. Als gelegentlicher Besucher kann man nichts ausrichten und im übrigen kann niemand alles Leid der Welt verhindern. Ich schildere also lediglich das, was ich sehe, mag sich jeder dabei denken was er herausliest.
Natürlich findet man so etwas wie das Delfinbaby normalerweise nicht auf der Ilha de Tavira. Aber das Meer schwemmt schon von Zeit zu Zeit irgendetwas außergewöhnliches an, was man sonst nicht findet.

