Fünf Jahre Monarch im Algarve

Monarch-Falter am Sonnenhut

Monarch-Falter am Sonnenhut

Sehr oft kann man Berichte über Neozoen oder Neophyten irgendwo lesen oder im Fernsehen finden. Das sind Tiere und Pflanzen, die aus anderen Regionen der Welt in eine neue Region gelangt sind und sich dort ausbreiten. Meistens ist der Urheber dieser Neubesiedlung der Mensch selber, indem er aus den verschiedensten Gründen Tiere oder Pflanzen dorthin bringt, wo die betreffende Art von Natur aus nicht zuhause ist.


Die Neubesiedlung erfolgt dann entweder, weil die betreffenden Art aktiv ausgesetzt wurden, weil sie der menschlichen Obhut von selbst entkamen oder auch nur mittelbar, weil sie sich der Hilfe des Menschen ohne dessen Wissen bedienten, wie etwa im Fall der voll Wollhand-Krabbe aus Asien, die sich zum Beispiel in europäischen Flüssen breitmacht.

Aber auch aus eigener Kraft und Antrieb breiten sich Arten immer wieder in neue Gebiete aus. Ich finde das faszinierend. Ein Beispiel hier bei uns zuhause ist etwa die Türkentaube, die seit den fünfziger Jahren Europa immer weiter besiedelt hatte und inzwischen bis nach Skandinavien gekommen ist.

So sieht die Flügeloberseite des Monarch aus

So sieht die Flügeloberseite des Monarch aus

Im Algarve tauchte etwa 2005 ein Amerikaner erstmals auf. Zumindest habe ich in dieser Zeit die ersten Berichte gefunden. Auch eine kurze Recherche eben hat mir keine anderen Erkenntnisse gebracht.

Es handelt sich um einen Schmetterling, den Monarch-Falter, einen bekannten Wander-Schmetterling, der aus Nordamerika stammt und dort riesige Entfernungen durchwandert, um in Südkalifornien und in Mexiko in einem ganz kleinen Gebiet zu Millionen zu überwintern. Im Sommer kommt Danaus plexippus, so der zoologische Name, bis ins südliche Kanada vor.

Dieser Falter hat sich bereits in der Vergangenheit in andere Erdteile weiterverbreitet, es gibt zum Beispiel eine Population in Australien.

Nun ist er also auch in Europa angekommen. Vielleicht wurde ja ein wandernder Schwarm von starken Winden oder Stürmen über den Atlantik geweht und ist so hier angekommen. Vielleicht war es aber auch der Wandertrieb, der ihn hierher geführt hat.

So sorgt auch die Natur dafür, dass draußen immer wieder Veränderungen entstehen und nicht so bleibt, wie es eben gerade ist. Denn das einzige was wirklich immer bleibt ist nun einmal die Veränderung.

Ich finde den Neuankömmling jedenfalls schön und bin gespannt wie weit er in Europa in den nächsten Jahren noch vorankommen wird.

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