Im Frühjahr verbrachten wir einen schönen Tag am Strand „Praia do Amado“, einem Strand an der Westküste, der in den Übergangszeiten nicht übervölkert ist. Auch im Sommer gibt es deutlich schlimmeres. An der algarvischen Westküste gibt es meist eine ordentliche Brandung und die Luft ist mit einem feinen Hauch von Salzwasser-Tröpfchen angereichert. Es tut ungeheuer gut dort zu sein, mit den Füßen im Wasser zu laufen und die Atmosphäre zu genießen.Im Hinterland dieses Strandes gibt es
viele Hügel, die zum Naturschutzgebiet der Costa Vicentina gehören. Überhaupt ist dieser Strand sehr abgelegen, man muss mehrere Kilometer auf einer Schotterpiste dorthin fahren. Diese geht in vielen Kurven meist bergab, wenn man auf den Strand zufährt. Der Zustand dieses Weges war beim letzten Mal, als wir ihn benutzten, deutlich schlechter geworden als wir ihn in Erinnerung hatten, den stellenweise war die Erosion so stark geworden, dass man mit einem normalen Pkw schon ganz schön zirkeln musste, um nicht aufzusetzen. In den Hügeln hinter dem Strand gibt es einige Pfade und Wege, auf denen sogar teilweise Wanderstrecken ausgeschildert sind. Natürlich sind wir dort ein Stück entlanglaufen.

Auf diesem sandigen Pfand hinter dem Praia do Armado sind uns die Pillendreher über den Weg gelaufen
Es war ein schöner warmer Tag und plötzlich bemerkten wir auf dem sandigen Pfad etwas, was sich bewegte. Es war ein Pillendreher-Pärchen! Diese nach ihrem zoologischen Namen auch als Skarabaeus bezeichneten Käfer sind etwas kleiner als die Mistkäfer bei uns zuhause. Ich hatte sie in natura bisher noch nicht gesehen, sondern kannte sie nur aus dem Fernsehen und dachte immer, dass es sie nur in Afrika gebe.
Aber nun waren sie hier vor unsern Füßen in voller Aktion! Sie drehten eine Pille aus irgendwelchen Kotteilchen und waren unheimlich aktiv. Wir beobachteten sie eine ganze Weile. Irgendwie ist das schon toll, wenn man etwas mit eigenen Augen draußen sieht, was man bis dahin nur aus Büchern oder aus dem Fernsehen gekannt hat. Es ist mir gelungen, mit der kleinen Pocket-Digi-Cam einen kleinen Videoclip aufzunehmen, den ich unbedingt hier zeigen möchte:
Leider sind wir noch nicht dazu gekommen, von dort aus weitere Wanderungen zu unternehmen. Aber das ist sicher etwas, was beim nächsten Besuch mit auf dem Programm stehen wird. Programm ist vielleicht etwas übertrieben, denn wir sind dort ja im Urlaub und wollen uns weder stressen noch unter Wanderzwang setzen, aber wir haben dann immer einige Vorhaben, die wir je nach Laune des Tages tun oder lassen. Das Hügelland an dieser Stelle ist fast schon ein wenig wie ein Bergland. Es gibt zum Teil recht steile Anstiege dort. Daher ist das Wandern dort für mich etwas, was ich nicht am ersten Tag eines Urlaubs machen möchte, sondern am liebsten erst in der zweiten Woche, immerhin leben wir im flachen Teil Norddeutschlands und sind an Berge nicht gewöhnt. Und auch wenn es nicht gar so weit weg ist, in den Algarve zu fliegen, so ist es doch eine radikale Luftveränderung und ein ganz anderes Temperaturniveau. Ich zumindest muss mich daran erst etwas akklimatisieren, mehr an die Luftveränderung als an die angenehmen Temperaturen, bevor ich richtig anstrengende Touren mache.
Obwohl es mir deutlich leichter fällt, mich vom deutschen Wetter auf das algarvische Wetter umzustellen als hinterher umgekehrt, wenn wir wieder zuhause sind.
So können manchmal auch Kleinigkeiten einem Urlaubstag besonders schön werden lassen.
