Unterwegs in der Serra do Espinhaço de Cão.
Wer zum ersten Mal im Algarve ist, wird das Umherwandern in den Serras als andersartig empfinden, im Vergleich zu dem, was man von zuhause gewohnt ist.
Hier soll es erst einmal um ganz allgemeine Eindrücke gehen, auf die Unterschiede zwischen den einzelnen algarvischen Serras möchte ich jeweils auf separaten Seiten eingehen. Hier sei nur soviel erwähnt, dass es im wesentlichen vier verschiedene Serras gibt, nämlich: die Serra Espinhaço de Cão, die Serra de Monchique, die Serra de Caldeirão und die Serra Alcaria do Cume.
Ich möchte gerne mit der westlichsten anfangen, einerseits weil ich dort zuletzt gewesen bin und zum anderen weil ich auf diese Art und Weise von West nach Ost eine Serra nach der anderen ein wenig vorstellen kann. Im Westen des Algarve liegt die Serra Espinhaço de Cão, ein Höhenzug, der sicher vielen gar nicht besonders auffällt. Es sind eher flache Hügel, die im größten Teil dieser Serra nicht auf 170 m ansteigen. Erst am Übergang zur Serra de Monchique werden allmählich 200 m und mehr erreicht. Dieser “Bergrücken des Hundes”, wie man den portugiesischen Namen wohl in etwa übersetzen könnte, zieht sich in Nordsüdrichtung in etwa parallel zur Küste hin.
In der Nähe des Ortes Barão de São João befindet sich ein Mata Nacional, zu deutsch ein Staatsforst. Der Weg dorthin ist im Ort ausgeschildert. Es geht hügelaufwärts, nachdem man die asphaltierte Strecke verlassen hat, erreicht man einen Parkplatz. Hier finden sich hauptsächlich Pinien und Eukalyptusbäume. Die Eukalyptuswirtschaft ist ja leider immer noch sehr verbreitet, sie dient der Erzeugung von Zellstoff zur Papierherstellung z.B. Aber der aus Australien stammende Eukalyptus schadet dem ohnehin trockenen Boden durch seinen starken Wasserverbrauch erheblich. Die meisten Eukalyptusbäume werden nicht stehen gelassen bis sie wirklich große Bäume geworden sind, sondern im Abstand von mehreren Jahren kurz über dem Boden abgesägt. Die Stuken bilden dann schnell wachsende neue Austriebe, so dass eine häufige Nutzung von erheblichen Massen Holz erreicht werden kann. Wie Sie sich vielleicht schon denken können, schadet diese Wirtschaftsform dem malträtierten Boden erheblich.
Aber wir sind schließlich hier, um Urlaub zu machen, und sollten uns unterwegs nicht allzu viele Gedanken über Probleme machen, die wir selbst doch nicht lösen können. Es gibt auch im Süden Portugals viele positive Ansätze zu umweltverträglichen Wirtschaftsweisen, und wir sollten uns unterwegs lieber über die gute Luft mit den intensiven Gerüchen des Südens und über die Andersartigkeit der uns umgebenden Landschaft freuen.
Im Mata Nacional gibt es einen Trimmpfad, an dessen Anfangs- und Endpunkt sogar ein kleines Toilettenhäuschen steht. An einer Stelle im Wald befindet sich ein einsames Haus, das von einigen Hunden bewacht wird. Diese Hunde laufen eventuell frei herum und mögen auf manchen Spaziergänger bedrohlich wirken, wenn Sie angestürmt kommen. Sie haben uns aber noch niemals etwas getan, was auch für alle anderen Hunde im Algarve gilt. Es laufen dort nämlich sehr viele Hunde frei herum, aber auch wer den Umgang mit Hunden nicht gewohnt ist braucht in keiner Weise besorgt zu sein. Allerdings bin ich immer froh, dass wir dort unsere eigenen Hunde nicht dabei haben, denn es wäre normal, wenn ein solches Rudel sein Territorium gegen andere Hunde verteidigen würde.
An der westlichen Seite dieser Serra liegt der kleine Ort Pedralva. Etwas abseits von diesem Ort hatten wir ein kleines Ferienhäuschen gemietet, das in einem schönen Tal zwischen sanften Hügeln liegt. Durch das Tal fließt ein Bach, der wohl das ganze Jahr über Wasser führt. Am Wasser und in der Vegetation drumherum sind viele Frösche zuhause und natürlich auch diverse andere kleine Tiere. Es kommen über 50 Vogelarten vor, die zum Teil auch recht selten sind. Das hatten einmal andere Gäste dort festgestellt, die Hobbyornithologen waren.
Übrigens kann ich diese Unterkunft jedem empfehlen, der einen Algarve-Urlaub abseits vom Rummel verbringen möchte. Die Besitzer sind sehr freundliche und besonders hilfsbereite Leute, ohne jemals aufdringlich zu sein. Darum füge ich hier gern einen Link auf die Webseite zu diesem Ferienhaus im Westalgarve ein.
Von dort aus haben wir zum Beispiel einen netten längeren Spaziergang durch die Umgebung gemacht. Es ist eine besonders anziehende Landschaft voller Abwechslung. Hierzu sagen ein paar Bilder sicher mehr als 1000 Worte.
Es besteht auch die Möglichkeit, von hier aus zu Fuß einen der schönsten Strände an der Westküste zu erreichen. Es ist der Praia do Armado, der von hohen Felsen umgeben ist. Hier, wie auch an vielen anderen Stellen im Algarve, sind in den vergangenen Jahren auch einige ausgewiesene Wanderwege entstanden. Diese waren früher im Algarve absolute Mangelware. Es ist sicher eine der vielen positiven Veränderungen, dass der Gedanke des Wanderns in der Landschaft auch hier unten im Südwesten Europas angekommen ist. Aber die Wege sind meist nicht stark frequentiert, so dass man auch immer noch wirkliche Algarve-Atmosphäre um sich hat und nicht etwas Ähnliches, wie es in der Nähe mancher deutscher Großstadt zu finden ist.
Bisher haben wir das noch nicht geschafft, diese Serra auch nur annähernd zu erwandern, auch wenn es sich nur um ein kleines Stückchen Algarve handelt, findet man jedoch eine ganze Menge Landschaft, die es zu entdecken gilt.
